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Großer Tag für den Haischutz! (21.09.2009)

Endlich! Dornhaie geschützt

Dornhai - (c) Andy Murch
Ein großer Tag für den Haischutz, ein großer Tag für alle engagierten Haischützer und Taucher, die seit Jahren gegen die Ausrottung der Haie auf den Weltmeeren kämpfen. Ein erstes wichtiges Etappenziel zum Artenschutz der Haie wurde heute erreicht:  Die EU-Mitgliedstaaten haben in Brüssel einstimmig den deutschen Vorschlag angenommen, Dorn- und Heringshaie unter den Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) zu stellen. Beide Haiarten kommen in den kühleren Meeresgebieten der Nord- und Südhalbkugel vor und sind in deutschen Küstengewässern heimisch. Das Fleisch dieser Haie ist unter den Namen "Schillerlocken" und "Seeaal" eine begehrte Delikatesse. Anders als andere Fischarten wachsen Dorn- und Heringshaie langsam, werden spät geschlechtsreif und haben nur wenig Nachwuchs. Das macht die Bestände besonders empfindlich für Übernutzungen.

Schillerlocke - Killerlocke? (c) Sharkproject
Schillerlocken; beliebt aber hochgradig toxisch

Euphorische Freude über diesen wichtigen Schritt zum Artenerhalt der Dornhaie - sozusagen „kurz vor 12“ herrscht auch bei der Speerspitze des deutschen Haischutzes, den Aktivisten von „Sharkproject“ . Dr. Andreas Keppeler, der vor wenigen Wochen noch mit Sharkproject-Präsident Gerhard Wegner zu einem Frontalangriff auf europäische Handelsketten geblasen hat, weil Fischfachhandel und Handelsketten trotz der Bedrohung der Dornhaie weiter an dessen Verkauf festhielten und damit für beständige Nachfrage sorgten. Und dies, obwohl es inzwischen gesicherte Erkenntnis ist, dass Dornhaifleisch in Form von sogenannten Schillerlocken hochgradig mit Quecksilber kontaminiert ist. Sharkproject aktivierte zahlreiche Unterstützer und kaufte im ganzen Land Schillerlocken bei unterschiedlichen Händlern ein und lässt sie zurzeit in einem chemischen Fachlabor in Lübeck auf ihren Quecksilbergehalt hin untersuchen. Auch Taucher.Net-Mitarbeiter zogen in die Handelsmärkte und Fischgeschäfte, kauften den Räucherfisch ein um ihn sodann als „Giftmuster“ an das Lübecker Labor zu senden. „Diese Untersuchung werden wir noch zu Ende führen“ sagte Dr. Andreas Keppeler zu Taucher.Net. „Aber die große Freude über diesen unerwarteten Beschluss der EG-Staaten ist sensationell und jagt mir einen richtigen Schauer über den Rücken“. Keppeler weiß, wovon er spricht, denn es waren vor allem die permanenten Aktivitäten der Taucher, koordiniert von Sharkproject, die schließlich auch im Bundesumweltministerium (BMU) dieses Problem in den Fokus setzte.

Auch das BMU setzt sich seit Jahren für den weltweiten Schutz gefährdeter Haie ein. Die Bestände sind in vielen Regionen der Welt und auch vor unseren Küsten überfischt und deshalb stark gefährdet; trotz der geltenden fischereirechtlichen Beschränkungen. 2007 hatte die EU mit einer ähnlichen Initiative bei der letzten Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens in Den Haag nur knapp die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit verfehlt. Die Chancen stehen jetzt besser.

Dornhai - (c) Sharkproject

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und verspricht für beide Arten einen besonders effektiven Schutz. Mit der von Deutschland initiierten Aufnahme in den Anhang II des Abkommens ist kein absolutes Handels- oder Fangverbot verbunden. Ein Handel darf aber nur mit Fang aus solchen Beständen stattfinden, die nach den Kriterien von CITES dadurch nicht beeinträchtigt werden. CITES-Handelskontrollen können auf diese Weise ergänzend zu den Fischerei-Regelungen dazu beitragen, dass die Fischbestände nachhaltig bewirtschaftet und für die nachkommenden Generationen erhalten werden.

Dass nun in der EU völlig überraschend ein einheitliches Votum zustande kam, wiegt umso schwerer, denn bisher hatten sich vor allem Portugal und Spanien gegen Einschränkungen ihrer immensen Fischereiaktivitäten gewehrt. „Dass diese beiden im Haifang mit führenden Nationen nun mitspielten mag vielleicht auch rein wirtschaftliche Gründe haben“, orakelt Dr. Keppeler, denn auch. “Vielleicht ist es ihnen nur deshalb so leicht gefallen, da es nennenswerte Fänge bei Dornhaien eh kaum noch zu erzielen gibt, die Bestände stehen ja ohnehin kurz vor Null“.

Von Harald Apelt

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