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Hans Hass ist 90! (23.01.2009)

Der Tauchpionier feiert seinen 90. Geburtstag auf der "boot" in Düsseldorf

Tauchpionier, Meeresforscher und Mitbegründer des Sporttauchens. Auch wenn Prof. Dr. Hans Hass in seiner zweiten Lebenshälfte sich anderen Dingen als der Taucherei zuwandte ist sein Ruf als wohl berühmtester Taucher der Welt ungebrochen. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag.

Begonnen hat alles 1937 am Cap d`Antibes zwischen Nizza und Cannes in Südfrankreich. Hier lernt der Sohn eines Wiener Anwaltes den amerikanischen Journalisten Guy Gilpatric kennen. Der Amerikaner jagt hier unter Wasser. Freilich noch ohne Tauchgerät. Gemeinsame Jagdausflüge mit der Harpune begeistern Hass und sollen seinen Lebenslauf nachhaltig beeinflussen. Zurück in Österreich organisiert der junge Mann die erste Tauchfahrt nach Dalmatien. Eine Expedition auf die Niederländischen Antillen folgt bald darauf. In der Karibik werden die Männer vom Ausbruch des zweiten Weltkrieges überrascht und müssen umständlich über die (noch nicht im Krieg befindliche) USA und Japan nach Hause reisen. Nichtsdestotrotz ist ihre Ausbeute an Unterwasserbildern enorm. Mit diesen Fotos aus der selbstkonstruierten Unterwasserkamera beginnt die Vortagstätigkeit in Deutschland. Mitten im Krieg kann Hass eine Tauchexpedition in die Ägäis leiten. In Griechenland taucht er auch erstmals mit Tauchgerät, einem modifizierten Dräger Tauchretter für U-Bootbesatzungen. Die ersten Unterwasserfilme entstehen. Erstmals sind Mensch und Hai auf einem Bild zu sehen. Die Popularität des Unterwasserforschers steigt und steigt. Zu dieser Zeit schreibt der Biologe auch seine Dissertation über Reteproiden, genau dem Neptunschleier, einem Moostierchen im Mittelmeer. Nach dem Krieg reist Hass in den Sudan und ist der erste Mensch, der im "haiverseuchten" Roten Meer taucht. Auch eine zweite Expedition soll ihn wenig später ans Rote Meer führen. Dabei entsteht der Film "Abenteuer im Roten Meer", der bereits Spielfilmcharakter besitzt. Mit auf Reisen ist auch eine Frau: Die bezaubernde Lotte Baierl, die Hans Hass später heiraten wird. Der Film ist sehr erfolgreich, aber der Höhepunkt soll noch kommen. Mit den Erlösen seiner Vorträge und Bücher erwirbt der Tauchpionier sein Forschungsschiff Xarifa. Expeditionen führen in alle Welt. Auf dem Schiff entsteht der unerreichte Klassiker "Unternehmen Xarifa". Ein Spielfilm unter Wasser mit Handlung und gesprochenen Texten. Ohne Kommentare und unterlegt mit einer überwältigenden Filmmusik. Dieses Meisterwerk macht den Tauchpionier endgültig weltberühmt. Mit Irenäus Eibl- Eibesfeldt war Hass auch einer der Ersten, der den Hai nicht als blutrünstige Bestie, sondern als faszinierenden Jäger beschrieb. Im Verlauf seiner Forschungen unter Wasser entdeckte Hass unter anderem eine neue Art von Sandaalen, die nach ihm benannt wurde (Heteroconger Hassii).

In den 60er Jahren entdeckte der Forscher neue Herausforderungen für sich. Die theoretische Biologie und die Evolution im Zusammenhang mit Wirtschaftsformen und Staat beschäftigten ihn. Weitere Bücher folgten. Publikationen in wissenschaftlichen Journalen blieben aber die Ausnahme. Ursache hierfür war seine nicht unumstrittene "Energontheorie". Hierbei vergleicht der Wissenschaftler vereinfacht einen Wirtschaftsbetrieb mit einem Organismus. Beide können nur überleben, wenn sie mindestens gleich viel Energie bzw. Geld einnehmen, als sie verbrauchen. "Der Mensch wurde zum Hyperzeller, er hat sich mit seinen Organisationen und Werkzeugen gleichsam neue Organe außerhalb seines Körpers erschaffen.", erklärt Hass und begründete damit unseren menschlichen und wirtschaftlichen Aufstieg. Zudem sieht der Forscher den Vorteil, dass diese im Gegensatz zu natürlichen Organen austauschbar wären. Dabei werden auch Fachkräfte mit Organen verglichen. Auch rücksichtsloser Konkurrenzkampf und Verdrängungswettbewerb sind nicht nur in der Natur und Evolution, sondern auch in der Marktwirtschaft zu beobachten. Das leuchtet ein. Ein "Energon" ist also ein Energie- respektive Gelderwerbendes System. Egal ob natürlicher oder wirtschaftlicher Herkunft. Die wissenschaftliche Anerkennung für seine Energontheorie blieb Hass weitgehend verwehrt. In der Wirtschaft wurde sie jedoch mit großem Interesse aufgenommen. So leitete er Managementseminare und wurde auch erfolgreicher Unternehmensberater. Dem Tauchen blieb er auch weiterhin treu.

Insgesamt schrieb Hans Hass mehr als 30 Bücher und drehte etwa 70 Filme. Er brachte so ganzen Generationen die Welt unter Wasser sowie das Tauchen näher. Danke!

Das Team von Taucher.Net und DiveInside wünscht Prof. Dr. Hans Hass alles Gute zu seinem 90. Geburtstag!

Der Tauchpionier wird an seinen runden Geburtstag heute, am Freitag den 23. Januar, auf der Messe "boot" in Halle drei feiern. Wir werden darüber berichten!

Homepage Hans Hass: Hier klicken
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