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 Island "verhökert" Walfleisch nach Japan (03.06.2008)
Skandal: Island exportiert Walfleisch nach Japan
München/Reykjavik, 3. Juni 2008: Internationalen Vereinbarungen
zum Trotz sind 60 Tonnen Walfleisch zurzeit auf dem Weg von Island nach Japan,
wie die isländische Tageszeitung Frettabladid berichtet. Kristjan Loftsson,
Direktor des isländischen Walfangunternehmens Hvalur, bestätigte
gegenüber der Zeitung, dass sich das Fleisch von Finnwalen gemeinsam
mit einer unbekannten Menge an norwegischem Zwergwalfleisch auf dem Transportweg
befindet. Loftsson zeigte sich über den Preis, den er für das Walfleisch
erhielt, hochzufrieden. Das Walfleisch soll in Kürze in Geschäften
und Fischmärkten Japans zum Verkauf stehen. Die Frage, ob Fischereiminister
Einar Gudfinnsson nun eine neue Quote für Finnwale vergeben würde,
wurde ausweichend beantwortet. Die Ankündigung folgt einer Entscheidung
Gudfinnssons vom 19. Mai 2008, eine kommerzielle Walfangquote für 40
Zwergwale zu erteilen.
Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS Deutschland, zeigt sich empört: “Dies
ist ein Skandal und zeigt erneut, wie wenig die Walfangnationen von internationalen
Gesetzen halten. Die Walfänger versuchen, Druck auf die Internationale
Walfangkommission auszuüben, die von 23.-27. Juni in Chile tagen wird.
Ihnen muss ganz deutlich gezeigt werden, dass die IWC nicht mit derartigen
Provokationen erpresst werden kann. Wir rufen Deutschland und alle Walschutz-Staaten,
die Mitglied bei der IWC sind, auf, Island aufs Schärfste zu verurteilen.“
Isländische Walfänger haben im Jahr 2006 sechs Finnwale getötet,
nachdem der Fischereiminister eine kommerzielle Fangquote von neun Finn-
und 30 Zwergwalen genehmigt hatte. Die Tötungen riefen lautstarke internationale
Kritik hervor und der Walfang wurde lange vor Erreichen der Gesamtquote eingestellt.
Loftsson, Besitzer einer Flotte von vier Walfangschiffen, spielt auch eine
Rolle in der isländischen Fischereiindustrie. Die im Jahr 2006 gelandeten
Finnwale wurden im isländischen Akranesi in der Hb Grandi Fischerei-Fabrik
weiter verarbeitet. Loftsson ist einer der Direktoren von Grandi, einem der
größten Fischereiproduzenten in Island.
Nicolas Entrup fährt fort: “Mit diesem Export zeigt Island nicht nur
seine Missachtung gegenüber dem internationalen Moratorium auf kommerziellen
Walfang, sondern provoziert auch die Konvention über den internationalen
Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten (CITES), jene Körperschaft,
die den Handel mit Tierprodukten überwacht. Im vergangenen Jahr stimmten
die Mitgliedsstaaten von CITES mit überwältigender Mehrheit gegen
Anträge von Island und Japan, die den Weg für eine Wiederaufnahme
des Handels mit Walprodukten ebnen sollten. Die Walfänger zeigen keinerlei
Respekt vor internationalen Entscheidungen. Hier zeigt sich, dass den Walfangnationen
nicht getraut werden kann. Für sie ist Profit immer wichtiger als der
Schutz der Wale.“
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 |  Fotografiert von : Bernhard Jackenkroll | |





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