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 Lebensgefahr durch falsche Patronen in Rettungswesten (15.09.2011)
Fachverband Seenot-Rettungsmittel e.V. vermutet unsachgemäße Wartung als Ursache
Techniker eines Mitgliedsunternehmens des Fachverband
Seenot-Rettungsmittel e. V. (FSR) haben an einer Rettungsweste eine
hoch gefährliche Entdeckung gemacht. Statt der
Original-Kohlendioxidpatrone eines Herstellers war in die
Auslöseautomatik eine Patrone eingeschraubt, die
üblicherweise in Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) verwandt
wird. Sie weist einen gravierenden technischen Unterschied auf, der im
Ernstfall eine tödliche Folge haben kann: Die RWA-Flasche besitzt
im Inneren ein Steigrohr.
Das hat zur Folge, dass die Flasche hängen muss, um im Falle der
Auslösung ihr Gas abzugeben. Auf den Kopf gestellt, kann
Kohlendioxid aus dieser Patrone rein physikalisch nur über einen
sehr langen Zeitraum hinweg entweichen. Die Original-Patronen von
Rettungswestenherstellern haben kein Steigrohr und blasen die
Rettungsweste in Sekundenschnelle auf, sobald sie aktiviert werden.
FSR-Vorsitzender Ralf-Thomas Rapp: „Wäre
der Ernstfall eingetreten und jemand mit dieser Rettungsweste samt
Steigrohr-Patrone ins Wasser gesprungen, wäre der
Auftriebskörper mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
nicht aufgeblasen worden.“ Er hat auch eine Vermutung, wie es zu
dieser Panne gekommen sein muss: „Wahrscheinlich
wurde die Rettungsweste zuvor von einer nicht autorisierten Station
gewartet.“
Die so unterschiedlichen Kohlendioxid-Patronen sind
äußerlich nahezu gleich und können somit verwechselt
werden. Lediglich an der Gravur „Steigrohr“ ist ein Unterschied zu
erkennen, jedoch sind Größe, Gewinde und Füllmenge
identisch. „Hier war jemand am Werk,
der um die Folgen der unterschiedlichen Technik nicht wusste.
Einem von den Herstellerunternehmen ausgebildeten und zur Wartung
autorisierten Wartungstechniker wäre eine solche Panne nicht
unterlaufen“, so Rapp.
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 |  Fotografiert von : Andreas Plützer | |





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