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 Marine taucht für die Polizei (07.03.2009)
Kriminalfall - Marinetaucher beim Polizeieinsatz im Binnenland
Ein Tauchteam der Kieler Marineeinheiten - die Schiffstaucher - hat am 18. und 19.2., aus dem thüringischen Hohenwarte-Stausee, zwei als gestohlen gemeldete Kraftfahrzeuge aus 48 und 53 Meter Tiefe geborgen. Die
Marinesoldaten leisteten der Landespolizei Thüringen Amtshilfe, da die
Polizeitaucher Einsätze nur bis maximal 50 Meter Tiefe durchführen
dürfen.
Am 25. November vergangenen Jahres wurde in Rudolstadt ein Katastrophenschutzfahrzeug
der Johanniter Unfallhilfe gestohlen. Anfang Januar ein weiteres Fahrzeug
einer Rudolstädter Firma. Laut Polizeiangaben wurden sie von Einbrechern
als Transportfahrzeuge für Beutegut genutzt und anschließend in
dem Stausee entsorgt. Gefunden wurden die beiden Fahrzeuge aufgrund von Reifenspuren
am Ufer sowie nach Sichtung von Öllachen auf dem Wasser der viertgrößten
deutschen Talsperre. Um die Kraftfahrzeuge genau orten zu können, wurden
zwei Mitarbeiter der "Wehrtechnischen Dienststelle 71 (WTD 71)" aus Eckernförde
damit beauftragt, sie mit Hilfe eines ferngesteuerten Unterwasserroboters
vom Typ Hyball zu lokalisieren. Die Fahrzeuge vom Typ Mercedes Sprinter und
Volkswagen T4 entdeckte Hyball schließlich in 48 beziehungsweise 53
Meter Tiefe; knapp 90 Meter vom Ufer entfernt.
"Da es sich bei den beiden Fahrzeugen aus Sicht der Staatsanwaltschaft
Gera um wichtige Beweismittel handelt, war die Bergung unabdingbar notwendig",
sagte ein Polizeisprecher. Nachdem zwei Bergeversuche der thüringischen
Polizei und eines zivilen Tauchunternehmens gescheitert waren, kamen insgesamt
22 Soldaten des schweren Pionierbataillons 130 aus Minden, der Kieler Stützpunkttauchergruppe
und der Flugabwehrraketengruppe 26 aus Husum zum Einsatz. Mit schwerem Gerät
- unter anderem einer 60 Quadratmeter großen Schwimmplattform, einer
Druckkammer und einem 20-Tonnen-Kran - konnte die Bergung aus dem vier Grad
kaltem Wasser binnen sechs Stunden erfolgen. Die beiden Fahrzeuge wurden
danach der Kriminaltechnik des Landes Thüringen übergeben.
Für die neun Marinetaucher und zwei Taucherarztgehilfen aus Kiel handelte
es sich um einen außergewöhnlichen Einsatz. "Normalerweise
werden wir nicht im Binnenland zum Tauchen eingesetzt. Das haben wir zum
ersten Mal so mitgemacht", sagt der Leiter der Tauchergruppe Kiel, Hauptbootsmann
Alexander Muron. Das Besondere an diesem Einsatz "waren auch die umfangreichen
logistischen Vorbereitungen. Soldaten aus drei Teilstreitkräften sowie
die Polizei waren unter einen Hut zu bringen.", so Muron.
Das erste Fahrzeug erreicht die Oberfläche ( © Björn Wilke)
Einsatz gelungen – die Fahrzeuge wurden an die Kriminaltechnik des Landes
Thüringen übergeben. Kriminalkommissarin Cindy Prochnow von der
zuständigen Polizeidirektion Saalfeld dankte der Bundeswehr für
die Unterstützung: "Die vorhandenen Spuren in den Fahrzeugen werden
nun als Beweismittel in den beiden Strafverfahren des besonders schweren
Falls des Diebstahls Verwendung finden können."
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 |  Fotografiert von : Andreas Plützer | |





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