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 Minentaucher mit neuem Gerät auf Sprengstoffsuche (13.12.2008)
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Eine Drohne vom Typ REMUS Eckernförder Bucht
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Minentaucher der Deutschen Marine machen eine nicht ganz alltägliche
Arbeit: Sie entschärfen Seeminen, Bomben und andere Sprengsätze
auch unter schwierigsten Bedingungen. "Manchmal können wir unter
Wasser nicht viel sehen. In der Ostsee zum Beispiel beträgt die Sichtweite
oft nur wenige Zentimeter. Da müssen wir alles mit unseren Händen
ertasten", sagt Hauptbootsmann Stefan Müller (Name geändert)
von der Minentaucherkompanie in Eckernförde. Er ist ein erfahrener Mann.
Seit 1990 gehört der 40 Jahre alte Berufssoldat zu den rund 50 aktiven
Minentauchern der Deutschen Marine. In seinen Einsätzen ist Müller
weit herumgekommen - nach Bosnien und Herzegowina sowie nach Zypern. In den
USA war er auch schon - zwei Jahre lang als Austausch-Minentaucher. Überall
wo die Bundeswehr im Einsatz ist, räumen die Minentaucher der Marine
Gefahren für ihre Kameraden aus dem Weg - unter Einsatz ihres eigenen
Lebens. Damit die Arbeit der Minentaucher zumindest unter Wasser sicherer
werden kann, ist in der Minentaucherkompanie seit Januar 2007 ein neues Gerät
im Einsatz: Das Autonome Unterwasserfahrzeug (AUV) "Remus 100". Dabei handelt
es sich um ein torpedoartiges Gerät - eine Tauchdrohne, die eine
vorprogrammierte Fläche am Meeresgrund über viele Stunden autonom
und ohne Verbindung zur Wasseroberfläche absuchen kann.
"Remus" sucht viele 100.000 Quadratmeter in acht Stunden ab
"Das AUV kann bis zu 100 Meter tief tauchen und wird so zum verlängerten
Arm der Minentaucher", sagt Fregattenkapitän Fritz-Rüdiger
Klocke vom Marinehauptquartier in Glücksburg. Er stellt klar, dass sich
das Gerät derzeitig noch in der Erprobung befindet und noch nicht in
die Bundeswehr eingeführt worden ist. "Die Drohne wird unsere Minentaucher
auch niemals ersetzen können", sagt er. Die ersten Ergebnisse der
Erprobung beeindrucken jedoch Minentaucher und Marineführung. Die Marine
hält eine Beschaffung deshalb für sinnvoll. Bisher verfügen
innerhalb der Nato unter anderem die Niederlande, Belgien, die USA und Großbritannien
über die moderne Tauchdrohne "Remus". Ihre Vorteile liegen auf der Hand.
"Remus kann mit einem einzigen Arbeitsgang Daten über Wassertiefe,
Wassertemperatur und den Salzgehalt liefern. Außerdem fertigt das AUV
unter anderem Sonarbilder und Seekarten", sagt Klocke und zeigt Bilder
der Drohne, auf denen Minen fast wie auf einem Foto unter Wasser zu erkennen
sind und ergänzt: "Wir haben einen Hafen in einer Größe
von vielen 100.000 Quadratmetern in nur knapp acht Stunden abgesucht. Pro
Stunde schaffte Remus eine Grundfläche von mehreren Fußballfeldern.
Minentaucherteams schaffen dies bei Weitem nicht."
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Die Minentaucher Hauptbootsmann Müller und Hauptbootsmann
Schmid (Namen geändert) tragen die REMUS-Drohne
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"Remus" entlastet Minentaucher bei veränderten Aufgaben
In Eckernförde wird Stefan Müller von seinem 30 Jahre alten Kameraden
Hauptbootsmann Thomas Schmid (Name geändert) bei der Arbeit mit der
Tauchdrohne unterstützt. Die beiden erproben das Gerät in jeder
erdenklichen Situation. "Wir haben Remus zum Beispiel während des
G-8-Gipfels im Jahr 2007 in Heiligendamm eingesetzt. Da hat das AUV sehr
überzeugende Arbeit geleistet. Der größte Vorteil für
uns: Die körperliche Belastung ist deutlich geringer geworden",
sagt Müller. Schmid ist sich bereits sicher, dass sich die Arbeit der
Minentaucher in Zukunft verändern werde. Müller erläutert
dies näher: "Unser Aufgabenspektrum hat sich in den vergangenen Jahren
erheblich erweitert. Aufgrund der weltweiten Einsätze ist unsere zur
Verfügung stehende Personaldecke sehr ausgedünnt. Da kommt das
AUV als Helfer sehr gelegen." Aber auch für die Gesundheitserhaltung
der Soldaten kann der Einsatz von "Remus" besser sein. "Früher mussten
wir zum Beispiel nach einem Flugzeugabsturz ins Meer gehen, um Menschen sowie
Gerät zu suchen und zu bergen. Aufgrund des Absturzes war Kerosin im
Wasser. Das ist nicht gerade sehr gesund, darin zu tauchen. Heute kann Remus
zumindest die Absucharbeiten übernehmen", erklärt Müller.
An dem Beispiel wird auch deutlich: Die Tauchdrohne kann nicht alles. "Das
Wegschleppen, Bergen und Neutralisieren von Gerät, Seeminen, Bomben
sowie Sprengsätzen müssen auch in Zukunft Menschen übernehmen",
sagt Fregattenkapitän Klocke. Mit der Tauchdrohne geht jedenfalls das
Absuchen großer Flächen wesentlich schneller. Und das AUV ist
äußerst mobil. "Wir brauchen nur vier Mann, ein Schlauchboot
und ein Kraftfahrzeug vom Typ Mercedes Sprinter um Remus überall hin
zu bringen. Mit seinen nur 37 Kilogramm Gewicht und einer Länge von
nur 160 Zentimetern ist Remus leichter als ein Mensch", sagt Hauptbootsmann
Müller.
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 |  Fotografiert von : Stefan Brückner | |





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