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Schlammvulkan vor der Karibikinsel Trinidad (20.08.2007)

Neues Naturereignis lockt auch Touristen an

Besucher der Karibikinsel Trinidad haben eine Sehenswürdigkeit mehr: Acht Kilometer vor der Ostküste der Insel haben Fischer seit Mai das Wachstum eines Schlammvulkanes beobachtet. Bis jetzt hat der Schlammhaufen, der 150 Meter im Durchmesser misst, die Wasseroberfläche noch nicht ganz erreicht. Experten vermuten sogar, dass dies nie geschehen wird, weil das Meer den Schlamm erodiert. Wenn der Kegel tatsächlich aus dem Meer kommt, wird es sicher kein Eiland sein, dass man touristisch oder anderswertig nützen kann.


Der Fischer Graham Scott hat bei seiner Ausfahrt zum Speerfischen im Mai den damals nur 1,5 Meter hohen Schlammkegel des Vulkans gemeinsam mit einem Freund entdeckt. "Es war ganz eigenartig, weil der Schlamm ganz weich war und sich anfühlte wie Ton", meint Scott gegenüber CNN. Seit Mai hat der Vulkan allerdings gewaltig an Größe dazu gewonnen. Die Katastrophenschutzbehörde von Trinidad hat wiederholt davor gewarnt, in die Nähe der neuen Insel zu kommen, weil es dort gefährliche Strömungen gibt. Von der Küstenstadt Mayaro aus, kann man deutlich sehen, wie die Wellen am Kegel der jungen Insel brechen.

Für viele der ortsansässigen Trinidader ist der Vulkan ein schlechtes Omen. Sie sehen darin das Vorzeichen der Apokalypse und fürchten, dass er weiter anwächst, bis er schließlich explodiert. Diese Meinung teilen Wissenschaftler aber nicht. "Schlammvulkane sind keine normalen Vulkane, die Lava und superheiße Gase in die Atmosphäre speien", meint Roderick Stewart, Seismologe der University of the West Indies Hier klicken in Trinidad. "Diese Vulkane entstehen, weil Gase - zumeist Methan - unter Druck von den oberen Schichten der Erdkruste an die Oberfläche kommen. Die Hitze und die Energie sind nicht besonders stark. Lava und Magma gibt es nicht." Damit geben die Forscher Entwarnung für die Bevölkerung an Land. Solche Schlammvulkane sind zudem in der Umgebung der Schwesterinseln Trinidad und Tobago nicht selten - das Land ist der weltweit fünftgrößte Exporteur von Flüssiggas.

Die Bewohner von Trinidad wissen allerdings, wovor sie sich fürchten, denn 1997 hat ein solcher Vulkan im Süden von Trinidad das Dorf Piparo mitsamt Autos und Häusern unter einer Schlammschicht begraben. Getötet wurde damals niemand, allerdings war der Schlamm schon kurz nach dem Ausbruch hart wie Beton. Vor der Küste gab es ähnliche Phänomene bereits 1964 und 2001.

Trinidad ist auch für eine andere vulkanische Erscheinung weltbekannt: Im Südwesten der Karibikinsel nahe der Ortschaft La Brea befindet sich der so genannte Pitch Lake, der einzige natürliche Asphaltsee. Der See ist rund 40 Hektar groß und geschätzte 70 bis 100 Meter tief. Experten schätzen die Gesamtmenge von Asphalt auf rund zehn Mio. Tonnen. In seiner Tiefe sprudelt permanent heißes, flüssiges Bitumen aus der Erdkruste und vermischt sich mit Gestein. Es wird vermutet, dass unter der Insel Trinidad zwei tektonische Platten aneinander stoßen und Druck auf ein darunter liegendes Erdölvorkommen ausüben. Der hohe Druck führt zur Entstehung des heißen Bitumens, das den Weg nach oben sucht und auf der Insel einen Ausgang findet. Der Asphaltsee ist neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung auch eine Touristenattraktion Hier klicken .

Quelle: pressetext
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