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 Stellungnahme Bauer zum Tauchunfall auf der Baani Adventurer (20.06.2008)
Es war kein klassischer Tauchunfall, den 11 Gäste der M/Y Baani Adventure
erlitten. Für einen 41-jährigen russischen Divemaster, endete der
Tauchgang am 22. Mai 2008 tödlich. Die anderen Tauchgäste wurden
mit Vergiftungserscheinungen nach Male ins Hospital gebracht. Bereits einige
Tage zuvor stellten Gäste und ein maldivischer Tauchguide nach den Tauchgängen
heftige Kopfschmerzen fest. Die Untersuchungen der maldivischen Polizei zum
Unfall auf der "Baani Adventurer" sind noch nicht abgeschlossen.
Von Bauer Kompressoren erhielten wir eine Stellungnahme zum Ablauf
des Unfalls:
Hochreine Atemluft ist der elementare Ausrüstungsbestandteil des Tauchequipments.
Weil Atemluft unsichtbar in Tauchflaschen verborgen und damit nur schwer
greifbar ist, sind sich viele Taucher und Befüllstationen oft nicht
bewußt, daß Gesundheit und – wie sich jetzt auf den Malediven
gezeigt hat, letztlich auch das Leben von der Qualität der eingeatmeten
Luft abhängt.
BAUER KOMPRESSOREN ist sich als Marktführer und Technologieführer
im Bereich der Atemlufterzeugung der ungeheuren Verantwortung bewußt,
die das Unternehmen mit der Herstellung von Atemluftkompressoren trägt
und unternimmt alle erdenklichen Maßnahmen um bei der erzeugten Atemluft
ein Höchstmaß an Sicherheit und Qualität zu garantieren:
- Alle Atemluftkompressoren von BAUER KOMPRESSOREN sind mit seit Jahrzehnten
bewährten Filtersystemen ausgerüstet ( TRIPLEX , P-Filtersysteme),
die die ohnehin schon strengen Grenzwerte der DIN EN 12021 erfüllen
und sogar teils erheblich unterschreiten.
- Die SECURUS-Filterüberwachung von BAUER KOMPRESSOREN
ist das weltweit einzige Gerät, welches die Standzeit der Filterpatrone
durch Messung mittels eines Sensors im Inneren der Filterpatrone permanent
überwacht und so rechtzeitig vor Sättigung der Filterpatrone warnt
und die Anlage dann abschaltet. Und das 100%ig zuverlässig – in jeder
Patrone ist ein neuer Sensor enthalten, der gegenüber dem Wettbewerb
immer neu ist und bei Sensordefekt den Kompressor abschaltet. Demgegenüber
verwendet der Wettbewerb fragwürdige Sensoren die in kurzen Abständen
teuer Rekalibriert werden müssen und deren Messwertzuverlässigkeit
nicht überprüfbar ist, geschweige das sie im Gefahrenfall den Kompressor
abschalten.Das Aktivkohlebett in der Patrone, welches Stoffe wie Öl
und andere Schadstoffe ausfiltert, bietet eine Sicherheitsreserve, die noch
weit über die Sättigungsgrenze der Patrone hinausreicht.
- Für Kompressoren, die mit Verbrennungsmotoren betrieben werden
oder die Umgebungen Abgase aus Verbrennungsmotoren enthalten
könnte, ist ein Ansaugen der kontaminierten Luft möglichst zu vermeiden
(siehe Hinweise zu Aufstellung/Ansaugverlegung weiter untern). Falls dies
nicht zu 100% vermeidbar ist, hat BAUER KOMPRESSOREN Filterpatronen
mit einem speziellen Katalysator entwickelt, die das gefährliche
Kohlenmonoxid (CO) in ungefährliches CO2 umwandeln.
- Die umfangreiche Anlagendokumentation, die jeder Anlage beiliegt, behandelt
alle Sicherheitsaspekte wie die richtige Aufstellung und den sicheren
Betrieb der Anlage. Zusätzlich bietet BAUER KOMPRESSOREN im eigenen
Werk und durch seine Partner ein breites Schulungsprogramm an, welches interessierte
Kursteilnehmer auf den sicheren und verantwortungsvollen Betrieb und Wartung
der Anlage vorbereitet.
Fazit:
Bei korrektem Anlagenbetrieb ist eine Gefährdung von Leben und Gesundheit
durch schlechte Atemluftqualität ausgeschlossen.
Der tragisch verlaufene Tauchunfall auf den Malediven zeigt exemplarisch
und in aller Deutlichkeit, wie durch schlampigen und rein profitorientierten
Anlagenbetrieb in Verbindung mit schlechter Ausbildung des Basenpersonals
unter Außerachtlassung aller denkbaren Sicherheitsvorkehrungen der
„worst case“, der Tod eines Tauchers und die schwere gesundheitliche Beeinträchtigung
von weiteren neun Tauchern eintreten kann:
Die Untersuchungen der maledivischen Polizei sind noch nicht abgeschlossen.
Aber nach allen zusammengetragenen Informationen kann folgender Ablauf als
gesichert gelten:
Mit einem Tauchboot „baani adventurer“ des Veranstalters „Touring Maledives“,
auf dem sich der Unfall am 28.Mai 2008 ereignete, wurden in den Tagen davor
bereits mehrere Ausfahrten statt. Einige der Teilnehmer klagten nach den
Tauchgängen über Kopfschmerzen.
An Bord befanden sich mehrere Anlagen von unterschiedlichen Herstellern,
die alle über Verbrennungsmotoren betrieben wurden.
Wenige Tage vor dem Unfall versagte bei einem der Kompressoren der
Antriebsmotor des Fabrikats HONDA. Ein herbeigerufener Motorenmechaniker,
der für die Wartung des HONDA Motors ausgebildet war, untersuchte
den Motor und stellte fest, daß der Motor aufgrund fehlenden Services
mangels Öl einen Totalschaden erlitten hatte. In diesem Zusammenhang
untersuchte er den Luftansaugfilter des Kompressors und stellte fest, daß
dieser total verkokt war. Normalerweise färben sich die Papierlamellen
des Filters im Laufe des Betriebes durch die in der Luft enthaltenen Luftpartikel
grau, bis dieser sich zugesetzt hat und getauscht werden muß. Die enthaltenen
massivem Verkokungen konnten aber nicht durch normale Luftverschmutzung
entstanden sein, sondern beruhten auf der Ansaugung von Russpartikeln
aus (nach dem Verkokungsgrad des Luftfilters zu schließen in massiver
Menge) angesaugten Abgasen, die von den Abgasschwaden des Schiffsdiesels
und/oder den Verbrennungsabgasen der anderen Kompressoren stammten.
Werden Kompressoren mit Verbrennungsmotor betrieben, muß die Luft
so angesaugt werden, daß eine Belastung durch Verbrennungsabgase ausgeschlossen
ist. Dies wird entweder durch ein Ansaugteleskop oder einen Ansaugschlauch
bewerkstelligt, bei der die Öffnung entsprechend positioniert werden
muß.
Fotos, die nach dem Unfall aufgenommen wurden, zeigen zudem, daß die
Ansaugschläuche defekt und an zahlreichen Stellen mit Klebeband
notdürftig geflickt waren. Die Schlauchenden und die defekten Schlauchpassagen
lagen im Abgasstrom der Verbrennungsmotoren der anderen Kompressoren
und des Schiffsantriebs. Zudem wollen nach unbestätigten Meldungen Teilnehmer
beobachtet haben, daß die Ansaugschläuche kompressorseitig gar
nicht angeschlossen waren.
Betreiberversagen 1: Die Ansaugluft war durch schlecht gewartete
Anlagen und falsch positionierte, defekte Schläuche hochgradig mit dem
potentiell tödlichen Kohlenmonoxid und mit Kohlendioxid belastet.
Untersuchungen der maledivischen Polizei ergaben, daß zudem entgegen
der eindeutigen Anweisung in den Betriebshandbüchern der Anlage der
falsche Filterpatronentyp verwendet wurde: Statt der Filterpatrone für
Kompressoren mit Verbrennungsmotor, deren zusätzlicher Katalysator Kohlenmonoxid
neutralisiert, wurde eine Filterpatrone verwendet, die nur für Anlagen
mit emissionsfreiem Elektroantrieb zugelassen wird.
Ob es sich bei der Fehlverwendung um ein Versehen oder eine Sparmaßnahme
handelte, bleibt Spekulation. Nach Informationen von lokalen Szenekennern
handelt es sich – soweit nicht die Patronen ohnehin unsachgemäß
selbstbefüllt wurden - bei ca. 90 % der gekauften Patronen um solche,
die nur für den Betrieb von Elektromotoren zugelassen sind, obwohl ein
hoher Anteil der Anlagen auf den Malediven mit Verbrennungsmotoren betrieben
wird. Als Grund wird der (wegen des teuren CO-Katalysatormaterials ) höhere
Preis der Filterpatronen vermutet. Daß bis zum jetzigen Unfall auf
den Malediven keine derartigen Unfälle passiert sind, kann unter den
geschilderten Rahmenbedingungen als Glücksfall gelten.
Die Luftmessungen, die anläßlich des Unfalls an den beschlagnahmten
Atemluftflaschen der verunfallten Tauchern vorgenommen wurden, wiesen dementsprechend
so hohe Belastungen von CO auf, daß die verwendeten Prüfröhrchen
komplett durchschlugen. Der maximale Meßbereich beträgt 150 ppm
CO. Der zulässige Obergrenzwert liegt mit 15 ppm CO aber um den Faktor
10 unterhalb des maximal mit dem Prüfröhrchens meßbaren und
darstellbaren Bereichs von 150 ppm. Das bedeutet, daß die CO Belastung
in der Luft des getöteten Tauchers um ein mindestens das 10fache über
dem zulässigen Grenzwert gelegen haben muß.
Bei den anderen Tauchern betrug die Belastung durchschnittlich 80 ppm,
damit das 5-6fache des zulässigen oberen Grenzwerts.
Betreiberversagen 2: Infolge der Verwendung der falschen Filterpatrone
konnte die CO belastete Ansaugluft ungehindert in die Tauchflasche gelangen
und durch Atmen der hochgradig mit CO / CO2 belasteten Luft zum Tod bzw den
Gesundheitsschäden der betroffenen Taucher führen.
Wie können solche Unfälle in Zukunft verhindert werden?
Verfügbare Originalersatzteile, Schulungen, Zertifizierungen von Kompressorbetreibern. Bei der Konstruktion, Produktion und weit darüber hinaus
(Fachwartungen, weltweit schnell AIR Zertifikat) unternimmt BAUER KOMPRESSOREN
alle erdenklichen Maßnahmen, um für die Erzeugung von hochreiner
Atemluft - besser als DIN EN 12021 - zu sorgen.
Die Möglichkeiten der Einflußnahme enden dort, wo – wie jetzt
auf den Malediven geschehen – die schwarzen Schafe unter den Betreibern mangels
technischer Kompetenz, aus Gründen der Schlamperei und/oder Sparsamkeit
elementare Sicherheitsvorschriften mißachten.
Dieses Problem kann nur durch die Wachsamkeit von Reiseveranstaltern, Fachpublikationen
und nicht zuletzt des sensibilisierten und informierten Endkunden, des Tauchers,
erreicht werden, die auf unseriöse Betreiber Druck ausüben, gefährliche
Praktiken beim Umgang mit Atemluft einzustellen. Für Reiseveranstalter
ist dies nach dem neuen Grundsatzurteil des BGH aus dem Jahr 2007 zum Reiserecht
(, das den Veranstaltern bei den Partnern vor Ort strenge Kontrollpflichten
auferlegt hat) sogar schlichte Pflicht und Notwendigkeit um einer eigenen
Haftung zu entgehen.
Der Endkunde, Besucher der Tauchbasis hat natürlich mangels mitgeführten
Luftmessgeräts nur eingeschränkte Möglichkeiten, die Luftqualität
zu bewerten.
Aber er hat das Recht auf eine mängelfreie Ausrüstung, deren wichtigster
Bestandteil reine Atemluft ist. Und durch Aufmerksamkeit und gezielte
Fragen an den Reiseveranstalter und/oder vor Ort an den Tauchbasenbetreiber
kann er als Kunde am ehesten den notwendigen Druck aufbauen, um den unseriös
operierenden Betreiber aus Angst vor ausbleibenden Kunden zu einer Verhaltensänderung
zu zwingen:
Als Anhaltspunkte zur Beurteilung der Luftqualität bieten sich an:
- Fragen nach vorrätigen Originalfilterpatronen und Wechselintervallen.
( Selbstfüller!) Seriöse Veranstalter führen über die
Patronenwechsel ein Logbuch oder verfügen über eine ständige
Filterüberwachung wie SECURUS. Hartnäckig sein, nicht mit pauschalen
Allgemeinplätzen abspeisen lassen!
- Steht der Kompressor in einer stickigen Ecke, irgendwo im Schiffsboden?
Wenn ja: Saugt der Kompressor Frischluft an, wo enden die Ansaugschläuche?
- Macht die Füllanlage und der Füllraum einen sauberen, gut
gewarteten Eindruck ( Sagt nicht alles, ist aber ein Indiz)?
- Treten nach dem Tauchen Kopfschmerzen auf, die sich nicht anders erklären
lassen oder schmeckt die Luft schlecht / bzw nach Öl. Alarmzeichen!!
- Bietet der Betreiber Tauchgänge zu ortsunüblich niedrigen
Preisen an. Der Wettbewerb unter den Tauchschulen ist an manchen Orten extrem
hart. Gespart wird dann nicht selten, da wo man es nicht sieht, zum Beispiel
an der Wartung und den Verbrauchsmaterialien des Kompressors. Qualität
bekommt man selten zum Discountpreis.
Das Unternehmen BAUER KOMPRESSOREN wird angesichts dieses gleichermaßen
tragischen wie vermeidbaren Tauchunfalls seine Anstrengungen hinsichtlich
der Aufklärung der Betreiber und Endkunden verstärken und die Zertifizierung
von Tauchbasen vorantreiben.
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| |  |  | | 30.07.2010 Spendenaktion Jana
Am 16. Juli 2010 kam es auf dem Campingplatz Wulfener Hals/Insel
Fehmarn zu einem sehr folgenschweren Tauchunfall, die [mehr] | |  |
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 |  Fotografiert von : Jürgen Gerd Schneider | |





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