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Tandemtauchen setzt sich durch (01.04.2010)

Tandemtauchen: Rausch der Tiefe im Doppelpack erleben

Tandemtauchen Echinger Wehr
Von der Tauchergemeinschaft bislang nahezu nicht wahrgenommen, hat sich seit genau einem Jahr eine neue Form des Schnuppertauchens etabliert, das Tandemtauchen. Der besondere Kick: Gleich der erste Schnuppertauchgang bringt die Teilnehmer auf eine spektakuläre Tiefe von 80 Metern! Taucher.Net hat den Hotspot des Tandemtauchens, das Echinger Wehr, besucht und dem momentan einzigen Anbieter in Deutschland, Fluid aus München, über die Schulter geschaut.

Es ist ein kalter und regnerischer Sonntagmorgen in München. Eine kleine Gruppe abenteuerlustiger Genossen ficht das überhaupt nicht an, sie sind viel zu sehr mit der Vorbereitung der heute wieder einmal anstehenden Tandemtauchgänge beschäftigt. Es ist ein material- und personalintensives Unterfangen. Für die Teilnehmer, die zum ersten Mal mit dem Wasser, der Tiefe und der Spannung des Tandemtauchens konfrontiert werden, jedoch ein unvergleichlich adrenalintreibendes Erlebnis, das sie am liebsten sofort nach dem ersten Tandemtauchgang wiederholen würden.

Michel, Deutschlands erster Tandem-Tauch-Instructor Trainer (TTIT) wirft einen letzten, prüfenden Blick auf die vor ihm auf dem Boden ausgebreiteten Ausrüstungsgegenstände: Sicherheit hat beim Tandemtauchen für ihn allerhöchste Priorität. Da kommen auch schon die ersten Teilnehmer des Tages, Moni und Max, um die Ecke und werden von Michel in Empfang genommen.

Tandemtauchen  Tandemtauchen  Tandemtauchen
Vorbereitung der Ausrüstung durch Michel (li.); Ankunft der Teilnehmer (re.)
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Nach dem obligatorischen Papierkram geht es direkt an die Erklärung der Ausrüstung. Moni ist noch ein wenig skeptisch. Über das Internet hat sie vom Tandemtauchen erfahren, eigentlich wollte sie immer schon einmal tauchen. Doch die damit verbundene Technik erschien ihr zu kompliziert. Jetzt ist der erste Tauchgang zum Greifen nah. „Ein bisschen Angst vor dem ersten Mal hat man ja eigentlich immer“, gibt die Münchenerin verlegen zu. Aber sie findet, dass der TTIT die Technik gut und souverän erklärt hat, die Nervosität legt sich allmählich. Außerdem fühlt sie sich ganz gut gerüstet: „Ich habe ja schon Erfahrung mit dem Tandem-Fallschirmspringen und bin auch im Hallenbad bereits viel geschwommen. Außerdem glaube ich, dass das gar nicht soo tief ist. Ich finde es auch gut, dass ich keine Vorkenntnisse benötige, sondern das Tauchen einfach nur genießen kann.

Tandemtauchen  Tandemtauchen  Tandemtauchen
Mit dem Briefing (li.) startet die Vorbereitung der Teilnehmer. Es folgen Abfrage
der notwendigen Unterwasserzeichen (mi.) und die wichtige Trockenübung (re.)
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Informationen zum Thema:


Interviews mit den Veranstaltern (PDF)
Weitere Infos: www.tandemtauchen.de

Die Ausrüstung ist einsatzbereit, als nächstes steht das ausführliche Briefing auf dem Plan. Ganz wichtig ist hierbei die Anwesenheit der obligatorischen Sicherheitstaucher, die den Tandemtauchgang begleiten. Moni staunt nicht schlecht, dass der Abstieg von der Oberfläche bis zur 80-Meter-Marke nur drei Minuten dauern wird.

Das Tauchteam macht sich fertig. Moni wird das Sicherheits-Entkopplungs-Kit (SEK) angelegt, mit dem sie quasi dem TTIT vor die Brust geschnallt wird. Im Ernstfall kann sie die Gurte selber lösen und wird mit dem Notfall-Aufstiegs-Kit (NAK) so schnell wie möglich wieder an die Oberfläche befördert.

Tandemtauchen
Sicherheit geht vor: Das Sicherungssteam ist bereits im Wasser,
an der Oberfläche ist das Sanitätsteam Einsatzbereit.


Die Schnorchler, die während des gesamten Tauchgangs Bereitschaftsdienst an der Oberfläche schieben, sind bereits im Wasser, ebenso wie die Sicherheitstaucher, die sich bereits auf die 60-Meter-Marke hinabbegeben haben. Nun sind auch Michel und seine Tandemtaucherin bereit. Wir schauen den Luftblasen hinterher, dann heißt es warten. Nach etwa 45 Minuten taucht die kleine Gruppe wieder auf, Moni hat ein breites Grinsen im Gesicht. Noch während sie im eiskalten Wasser ist, ruft sie uns bereits fröhlich zu: „Das war so fett, noch viel besser als ich gedacht habe!

Bevor sie in mittlerweile trockener Kleidung ihr Zertifikat für den ersten Tandemtauchgang in Empfang nimmt, haben wir noch einmal Gelegenheit, Moni etwas intensiver nach ihren ersten Tiefenerfahrungen zu befragen. Sie hat in der Tat überraschende Erkenntnisse mitgebracht: „Also, so auf 60 Meter wurde es dann richtig kalt. Und selbst auf 80 Meter haben wir noch erstaunlicherweise viel Gras gesehen, leider aber keine Fische. Da war ich schon ein bisschen enttäuscht. Aber vielleicht mach’ das im Sommer einfach noch mal, ich denke, dass es dann mehr Fische im See gibt.

Ob sie das Tauchen als anstrengend empfunden hat, würden wir noch gerne wissen. Das scheint aber nicht der Fall zu sein: „Also, das ist total cool, du musst ja nichts machen. Technik, Tarieren, Paddeln, da musste ich mich überhaupt nicht drum kümmern, das macht alles der Tauchlehrer. Es ist fast so wie in einem Sightseeing-Bus, in dem man durch die Gegend gefahren wird.

Tandemtauchen  Tandemtauchen  Tandemtauchen
Der Abstieg über die Kiesrutsche am Echinger Wehr (li.); Sicherheitstauchern
an der 60m Marke (mi.) und der Aufstieg nach dem gelungenem Tandemtauchgang (re.)
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Unsere letzte Frage zielt auf die gefühlte Sicherheit, war die Tandemtauchjungfer vor ihrem ersten Mal doch ziemlich nervös. Aber auch hier kommt die 29-jährige ganz entspannt daher: „Um die Sicherheit? Hab ich mir gar keine Gedanken gemacht!

Tandemtauchen  Tandemtauchen
Strahlen im Gesicht: Direkt nach dem Tauchgang und nach dem Debriefing mit Übergabe des Zertifikats.


Bei soviel sichtlichem Spaß im Gesicht der Tandem-Taucher ist unser Fazit des heutigen Tages: Zur Nachahmung dringend empfohlen!

Weitere Informationen unter:
www.tandemtauchen.de

Kleines Glossar Tandemtauchen:

FTDO: First Tandem Diving Organization. Die FTDO ist eine weltweit operierende und zertifizierende Ausbildungsorganisation für das Tandemtauchen. Als innovative und qualitätsbewusste Ausbildungsorganisation wird viel Wert auf Sicherheit beim Tandemtauchen sowie Spaß bei den ersten Tauchgängen gelegt.
MNT: Medizinisches Notfall-Team. Speziell für das Tandemtauchen ausgebildete und ausgerüstete medizinische Fachpersonal, das die Tandemtaucher vom Einstieg bis zum Ende des Tauchtages medizinisch begleitet.
NAK: Notfall-Aufstiegs-Kit
SEK: Schnell-Entkopplungskit
SRK: Safety-Rigging-Kit
TTI: Tandem-Tauch-Instructor. Für das Tandemtauchen speziell ausgebildeter Tauchlehrer. Tandemtauchgänge nach FTDO dürfen nur von einem zertifziertem TTI durchgeführt werden.
TTIC: Tandem-Tauch-Instructor-Certifier. Höchste Stufe beim FTDO. Nimmt die Prüfung zum Tandem-Tauch-Instructor ab.
TTIT: Tandem-Tauch-Instructor-Trainer. Ausbilder für Tauchlehrer, die die Zusatzqualifikation TTI erwerben wollen.



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