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 Tropenfische sind tabu! (25.06.2008)
Finger weg von Tropenfischen!
Im „Internationalen Jahr des Riffes 2008“ rufen Umweltschützer und
Sporttaucher zum Verzicht auf tropische Fischspezialitäten auf. Die
Organisation Reef Check e.V., der Verband Deutscher Sporttaucher e.V. und
das Greenpeace Magazin appellieren an Handel und Gastronomie, Fischarten
aus dem Sortiment zu nehmen, die in Korallenriffen leben. Verbraucher und
Restaurantbesucher sollten von entsprechenden Angeboten die Finger lassen.
Exotische Fische wie Red Snapper, Papageifische und Zackenbarsche (zu denen
auch der Juwelenbarsch oder Erdbeerfisch zählt) sind in Deutschland
zunehmend gefragt. Sie werden in Supermärkten, Fischläden und zahlreichen
Restaurants angeboten. Spezialisierte Händler lassen die Ware meist
als Frischfisch einfliegen. Der Kauf wird über Zwischenhändler
vor allem in Südasien und am Persischen Golf abgewickelt. Eine Kontrolle
der Fangmethoden ist in der Regel unmöglich.
Viele tropische Fischbestände sind durch eine übermäßige
Nutzung bedroht. So berichtet die Organisation Reef Check von einem fortschreitenden
Rückgang großer Zackenbarsche in Atlantik und Indopazifik. Zudem
gefährden destruktive Fangmethoden die Korallenriffe. Vor allem in Südostasien
töten Fischer ihre Beute mit Dynamit oder betäuben sie für
den Lebendfischhandel mit Zyanid, wodurch ganze Riffe verwüstet werden.
Wissenschaftler warnen, dass die Überfischung das ökologische Gleichgewicht
der Korallenriffe gefährdet. Viele der begehrten Arten stehen am oberen
Ende der Nahrungskette und können nicht durch andere ersetzt werden.
Die farbenfrohen Papageifische wiederum erfüllen eine wichtige Funktion,
indem sie Algen von den Korallen abweiden. Werden ihre Bestände dezimiert,
drohen die durch Meereserwärmung und Überdüngung ohnehin geschwächten
Riffe zuzuwuchern.
Nachdem in Europas Meeren 80 Prozent der Bestände am Rande des Zusammenbruchs
stehen, darf das Überfischungsproblem nicht auch noch durch immer mehr
Importe exotischer Fische in andere Teile der Welt verlagert werden.
Weitere Informationen:
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 |  Fotografiert von : Heinz Toperczer | |





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