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 ZDF-Ökothriller 'Geheimnis der Wale' (07.01.2010)
Viel Lärm um nichts!
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Mögliche Folgen des brutalen Technikeinsatzes auf der Suche nach Erdgas
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Der aufwändig inszenierte Event-Zweiteiler „Geheimnis der Wale“, den
das ZDF am 3. und 4. Januar 2010 jeweils um 20.15 Uhr ausstrahlte,
versuchte das bislang vernachlässigte Umweltthema Verlärmung
der Ozeane und ihre Auswirkungen auf Wale und Delfine ins Bewusstsein
einer breiteren Öffentlichkeit zu bringen. Der Film spielt vor der
malerischen Küste Neuseelands. Dort sollen bei der Erdgassuche mit
starken Unterwasserschallemissionen verbundene seismische
Untersuchungen durchgeführt werden. Der dabei entstehende
infernalische Lärm kann für Meeressäugetiere
tödlich sein.
„Man braucht aber gar nicht weit in die Ferne schweifen, um dem
Thema ganz real zu begegnen“, erklärt der Biologe Ulrich
Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) aus
München. „Als im Frühjahr 2007 die Wintershall AG, eine
Tochterfirma der BASF, in der Nordsee ausgerechnet im
Schweinswalschutzgebiet Doggerbank mit einer langandauernden
Schallkanonade auf Erdgassuche ging, warf sich ihr weder ein Filmteam
des ZDF entgegen, noch rührte der damalige Umweltmister Sigmar
Gabriel (SPD) auch nur einen Finger, um unsere einzige heimische Walart
vor den Auswirkungen des Lärminfernos zu schützen“.
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Verendete Schweinswale werden auf Folgen der Schallexplosionen untersucht.
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Nach Einschätzung der GRD, die gemeinsam mit dem NABU und der
Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM), vehement, aber
erfolglos gegen die Erdgassuche protestierte, waren von den negativen
Begleiterscheinungen der Untersuchungen etwa 20.000 Schweinswale sowie
eine große Zahl von Zwergwalen betroffen, die sich ebenfalls in
dem beschallten Nordseegebiet aufhielten.
Bei der ohne Rücksicht auf Meeressäugetiere
durchgeführten Erdgassuche der Wintershall AG feuerten über
mehrere Wochen hinweg 62 Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben
Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den
Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem
reflektierten Schall hofften Geophysiker ablesen zu können, wo
sich Erdgaslagerstätten befinden. Die Lautstärke von teils
über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere
Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer
Nähe wirkt der Schall tödlich.
„Die Realität sieht leider meist anders aus als in dem
ZDF-Ökothriller,“ konstatiert Karlowski. „Bei der politischen
Abwägung Energiegewinnung gegen Naturschutz steht letzterer
regelmäßig auf der Verliererseite, selbst in ausgewiesenen
Schutzgebieten, wie das traurige Beispiel der Doggerbank zeigt. Es ist
ein schmutziges, für Meeressäuger tödliches
Geschäft, weitab von Traumstränden und malerischen
Küsten“.
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 |  Fotografiert von : Heinz Toperczer | |





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