
Taucher.Net, DiveInside und das Foto-Team gratulieren Andreas Plützer aus Rüsselsheim aufs Herzlichste für die Auszeichnung zum "Foto des Monats" Juni 2008!
Die gelungene Aufnahme der normalerweise recht scheuen Pygmäenseepferdchen hat der Jury so gut gefallen, dass die Abstimmung wieder einmal einstimmig ausgefallen ist!
Hier einige Worte des glücklichen Gewinners:
Ich habe mich sehr gefreut, dass eines meiner Fotos zum Foto des Monats gewählt wurde. Dies gilt insbesondere, da ich gerade von meiner alten, analogen Ausrüstung auf eine neue, digitale gewechselt habe.
Mit dem Tauchen habe ich 1997 angefangen und bin PADI AOWD mit rund 600 Tauchgängen. Mit dem Fotografieren habe ich im Jahr 2000 mit einer Minolta 600si in einem UK-Germany Gehäuse begonnen. Nun verwende ich eine Nikon D80 (wieder im UK-Germany Gehäuse) zusammen mit einem Subtronic Blitz. Als Objektiv verwende ich u.a. ein Nikon 105mm Makro, mit dem auch das Foto des Pygmäenseepferdchens entstanden ist. Das Foto wurde in der Lembeh Strait (Indonesien), dem Eldorado für Makrofotografen, aufgenommen.
Im Gegensatz zu allen bisherigen Versuchen ein gutes Foto eines Pygmäenseepferdchens zu schießen, war dieses Seepferchen nicht sehr scheu und drehte auch nicht den Kopf weg oder mir den Rücken zu. So hatte ich genug Zeit ein gutes Foto zu machen.
Und nun ein paar Infos zu diesen Tieren:
Zwerg-Seepferdchen (
hippocampus bargibanti), welche aus der Familie der Seenadeln stammen, leben in den Korallenriffen des westlichen Pazifik von den Philippinen, Indonesien über Neuguinea, das Great Barrier Reef bis nach Neu-Kaledonien. Gut getarnt, an Gorgonien fest haltend , sind die nur bis zu 2 cm großen Tiere meist in den Tiefen von 10-50 Metern zu finden. Der Körper ist von warzenartigen Tuberkeln bedeckt, die meist dunkler sind und den Polypen der Koralle ähneln (Mimese).

Fortpflanzung:
Wie bei allen Seepferdchen legt das Weibchen die Eier in eine Bruttasche an der Bauchseite der Männchen.
Bis zu 200 Eier gelangen so in die Bruthöhle, teilweise hintereinander von mehreren Weibchen. Im Innern dieser Tasche werden die Eier von einem Gewebe umwachsen, dass vor allem die Atmung der Embryonen regelt, also Kohlendioxid aufnimmt und Sauerstoff abgibt. Daneben stellt das Gewebe eine Umgebung her, die im Salzgehalt dem Meerwasser entspricht. Die Entwicklung der jungen Fische dauert etwa zehn bis zwölf Tage. Nach dieser Zeit zieht sich das schwangere Männchen in das Seegras zurück und beginnt unter großen Anstrengungen die Jungfische einzeln zu gebären.
Die Tatsache, dass diese Tiere sehr bekannt und beliebt sind, schützt sie nicht davor, dass sie zu den gefährdetsten Tieren der Welt gehören. Seepferdchen haben, abgesehen von Taschenkrebsen, nur sehr wenige Fressfeinde. Das liegt daran, dass sie mit ihren Knochenplatten, Stacheln und vielen Gräten einfach jedem "im Hals stecken bleiben". Ihr Rückgang liegt vor allem an der massiven Zerstörung ihrer Lebensräume, der unterseeischen Seegraswälder, und der intensiven Befischung der Gewässer, wodurch sie häufig als Beifang in den Netzen landen. Hinzu kommt der Glaube, vor allem in Südostasien, dass zerstoßene Seepferdchen Heilwirkung haben. Nicht zuletzt stellt ihr hoher Wert als Touristensouvenir einen Grund für ihre Gefährdung dar. Der schonendste Umgang mit einem Seepferdchen, ist sicherlich der, es als das kleinste deutsche Schwimmabzeichen bei sich zuführen.
Wir sagen Herzlichen Dank für dieses wunderschöne Foto und wünschen Andreas weiterhin Gut Luft bei all seinen Tauchgängen. Natürlich freuen wir uns schon jetzt, auf seine neuen Fotos.
Der Link zur gesamten Fotoserie.
Bei allen Fotografen wollen wir uns auf diesem Wege für die eingesendeten, gelungenen Bilder recht herzlich bedanken.
Silvana, Gunther, Harry und Uli
- das Taucher.Net Foto-Team -
Die letzten Fotos des Monats:
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